Erstes Lebenszeichen!

Ich bin mittlerweile gut in Monrovia angekommen, ich lebe noch und mir geht’s gut!
Es gäbe jetzt viel zu erzählen, aber ich werd mich mal auf ein paar erste Eindrücke beschränken:

– Das Wetter ist wie erwartet schön warm, aber auch ziemlich schwül. Das fordert doch noch ein bisschen Anpassung verglichen mit Deutschland.
– Bei der Ankunft am Flughafen hat alles gut geklappt. Wilfred hat mich angeholt und wir sind dann zusammen zu ihm nach Hause mit dem „Taxi“ gefahren. Dabei durfte ich gleich mehrere Sachen lernen: Man muss hier wohl gut auf seine Sachen aufpassen. Den Flughafen durfte ich erst verlassen, nachdem eine Frau überprüft hat, dass der Name auf dem Koffer auch mit dem Reisepass übereinstimmt – das kannte ich so nicht und lässt mich vermuten, dass das manche auch anders handhaben 😉 Im Taxi legte Wilfred Wert darauf, dass mein Gepäck nicht im Kofferraum verstaut ist, sondern neben ihm auf dem Rücksitz.
– Da Wilfred und seine Freundin gerade erst in ihr eigenes Zuhause einziehen, war es dementsprechend ziemlich leer – genau genommen gabs genau einen Stuhl, den natürlich dann ich annehmen musste.
– Die Sprache ist wohl das Wichtigste, an das ich mich noch gewöhnen muss. Meine Annahme, dass ich mich doch eigentlich auf Englisch verständigen kann, wurde recht schnell zerstört. Manchmal frag ich mich schon, ob manche Liberianer eine komplett andere Sprache sprechen. Wilfred versteh ich echt gut, aber manche auch fast gar nicht. Das wird auf jeden Fall noch eine Herausforderung für die Workshops und ich hoffe, dass ich mich daran schnell gewöhne.
– Als ich dann gerade angekommen war, war Wilfred weg um Geld für den Taxifahrer zu holen. Das war schon ein interessanter Moment: zusammen mit Wilfreds Freundin und Cousine, die ich nur sehr schwer verstand, in einem Zimmer ohne Möbel und Strom bei erdrückender Hitze – Da wurde mir kurz bildlich warum man sich hier auch mehr von Gott abhängig macht.
– Mittlerweile hat sich aber auch schon wieder einiges geklärt. Möbel und Strom bekommen wir wohl noch die nächsten Tage und der Rest wird sich auch noch geben.
– Spannend ist auch die Fortbewegung. Gesehen hatte ich das ja schon oft, dass ein Motorrad auch für eine ganze Familie reicht und die Autos ähnlich voll sind, aber jetzt war ich auch mal live dabei. Man kann wählen zwischen einem Motorradtaxi oder einem Auto – letzteres muss man nehmen, wenn man in die Stadt will, weil Motorräder dort verboten sind. Die Standardbelegung einer Rückbank sind übrigens 4 Personen. Wenn man sie zu dritt nutzt, muss man extra bezahlen 😉 Aber es geht natürlich auch mit 5 Personen auf der Rückbank und zwei auf dem Beifahrersitz. Allerdings ist das verboten – also 2 Personen auf dem Beifahrersitz zu haben, 5 auf der Rückbank ist ok. Was macht man also? Einer muss aussteigen, 50-100m am Polizisten vorbeilaufen, wieder einsteigen und weiter geht’s!
– Wichtig ist auch noch ausreichend Zeit zu haben: Wir haben den heutigen Tag damit verbracht, in die Stadt zu fahren, um einen Geldautomaten zu finden.
– Liberia ist doch recht einfach und ein armes Land. Gleichzeitig gibt’s dann aber auch ein Hotel am Strand mit Zimmern für 320 US-$ pro Nacht.
– ein letzter Kommentar: Mich wunderts nicht mehr, dass Ronaldo Weltfußballer geworden ist 😉 Fußball ist hier sehr populär, aber fast nur spanische und englische Clubs: Barca, Real Madrid, Arsenal, Chelsea – einmal hab ich ein Bayern-Logo gesehen.

So das muss erst mal reichen, neue Infos gibt’s dann ein andermal wieder. Insgesamt läuft alles gut, ich darf viel lernen und freu mich hier zu sein, Wilfred ist supernett und hilfsbereit. Ihr könnt noch dafür beten, dass ich mich noch möglichst schnell ans Wetter und vor allem die Aussprache hier gewöhne, damit wir nächste Woche dann mit den Workshops voll durchstarten können.

Viele Grüße aus Liberia!

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