Die erste Workshop-Woche: Aller Anfang ist schwer…

Oder leicht. Besser gesagt zu leicht. Das war zumindest das Gesamtfazit der Lehrer nach dem ersten Tag Mathe. Aber das ist ja kein Problem hab ich gedacht, dann erhöhen wir mal die Schwierigkeit. Dann waren sie auch zufrieden, allerdings konnte mir am Freitag wieder fast keiner folgen, obwohl ich das Thema jetzt nicht unbedingt zu den schwierigeren gezählt hätte. Ich glaube da brauch nicht noch ein bisschen mehr Erfahrung zum erkennen, was die Lehrer schwer und was leicht finden. Zu dem Thema hatten wir auch schon zweimal eine Diskussion, weil die einen der Meinung sind, dass man alles lieber gaaanz langsam und ausführlich besprechen sollte und die anderen aber weiterkommen und die Chance nutzen wollen. Und bei Diskussionen hier geht’s immer laut zu und wild durcheinander 😉

Auf jeden Fall sind sie alle sehr nett zu mir und dankbar für alles, was wir tun. Mittlerweile versteh ich auch ihr Englisch ganz gut und wenns mal doch nicht klappt, dann wiederholt es einfach ein anderer nochmal der verständlicher spricht und alles ist okay. Jetzt haben eher die Lehrer Probleme meinen „Akzent“ zu verstehen, wie mir einer mitgeteilt hat 😉 Deshalb ist es manchmal auch sehr hilfreich, wenn ich ihnen ein paar Aufgaben gebe und dann einer der Lehrer seine Lösung vorstellt.

Prinzipiell ist das hauptsächlich Frontalunterricht, was wir hier machen und das ist wohl auch das, was sie gewohnt sind. Doch sie trauen sich jetzt auch Fragen zu stellen und so wird dann auch klar, wie viel sie grade verstehen. Zwischendrin versuch ich auch immer Aufgaben einzubauen oder mal eine praktisch Aufgabe. Beides führt mittlerweile zu schön vielen Diskussionen untereinander und man versucht sich gegenseitig zu helfen. So macht das Spaß 🙂 Zum Beispiel haben wir mal die Innenwinkelsumme im Dreieck gemessen und bewiesen und ich war überrascht, dass kaum einer schon mal ein Geodreieck benutzt hat. Ein anderes Mal haben wir Durchmesser und Umfang eines Kreises gemessen und Pi bestimmt.

Zwischendrin ist dann auch mal Zeit für ein paar lustige Momente. Zum Beispiel wollten sie doch ernsthaft wissen, ob Wissenschaftler auch heiraten und ein Sexleben haben oder ob sie nur Bücher lesen 😀 Und das obwohl sie hier nicht mal Big Bang Theory kennen 😉 Und einer meinte, er haben von einem Wissenschaftler gehört, der sich immer erst konzentrieren konnte, nachdem er Sex hatte. Aha… Interessant was es alles für Gerüchte über Wissenschaftler gibt! Insgesamt denke ich, dass es gut läuft und jeder was mitnehmen kann. Und besonders gefallen mir natürlich die Gespräche in den Pausen oder danach, wenn sie noch persönliche Probleme oder Meinungen zur Mathematik oder dem Schulsystem allgemein besprechen wollen. Der Vater von einem der Lehrer wollte mich doch tatsächlich als Lehrer in Liberia behalten. Er meinte, er sucht auch eine Frau für mich, damit ich heiraten und dauerhaft hier bleiben kann 😀 Auch Wilfred meinte, dass das kein Problem sei, aber ich denk ich werde doch erst mal wieder zurückkommen und mein Studium beenden 😉

Ihr seht, es ist nicht immer einfach, das richtige Level zu finden, aber wir haben auch immer mal wieder ein bisschen Spaß und das ist auch gut so 🙂

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